Rudolf Schiestl und Fritz Griebel: Wenn aus Schülern Lehrer werden

Rudolf Schiestl, Selbstbildnis, 1928
Bild: Museen der Stadt Nürnberg,
Kunstsammlungen
Fritz Griebel, Selbstbildnis, 1946
Bild: Geuder/Griebel Stiftung

Die erste Sonderausstellung seit der Eröffnung des Weißen Schlosses im März 2017 widmet sich ganz der Beziehung der beiden prägenden fränkischen Künstler zueinander. Wie ein roter Faden zieht sich aber auch ihre Lehrtätigkeit durch die Präsentation, die bis zum 25. November in Heroldsberg zu sehen sein wird.

Rudolf Schiestl

Rudolf Schiestl (1878–1931) war in jungen Jahren als Student der Münchener Akademie der Bildenden Künste nicht sehr angetan von den angebotenen Lehrinhalten und -techniken. Obwohl er dort von Beginn an durchaus erfolgreich arbeitete und sogleich schon Preise bei Akademiewettbewerben gewann, verließ er die Institution nach weniger als zwei Jahren bereits wieder. Im Rückblick bewertet er seine Zeit in München an der Akademie nicht gerade als einen Gewinn. Statt sich den um die Jahrhundertwende allerorts aufflammenden Kunstdebatten hinzugeben, sucht er die Zuflucht in der Natur. 1910 wird er dann selber Teil des von ihm zuvor (zumindest zeitweise) abgelehnten Establishments – er wird zum Professor für Grafik und Buchschmuck an die Kunstgewerbeschule in Nürnberg berufen. Hier prägt er zwei Jahrzehnte lang Generationen von Studierenden, darunter auch Fritz Griebel.

Fritz Griebel

Fritz Griebels (1899–1976) erste Station seiner professionellen Ausbildung führte ihn in die sogenannte Schiestlklasse an der Nürnberger Kunstgewerbeschule. Hier erlernt er grundlegende Techniken und künstlerische Zugänge, die er später selber weiterentwickeln wird.

Vor allem ist seinem Lehrer Schiestl die Arbeit in der freien Natur wichtig, mit seinen Schülern geht er oftmals raus in die Fränkische Schweiz. Gemeinsam erwandern sie sich die Landschaft und schulen hier Auge und Hand.

1922 wechselt Griebel dann an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin, wo er als Meisterschüler Hans Meids seine Fertigkeiten weiter verfeinert. 1926 kehrt er als freischaffender Künstler zurück nach Heroldsberg.

Während all dieser Jahre halten er und Rudolf Schiestl regen Kontakt. Nicht nur sind ihre beiden Familien gut miteinander vertraut, auch auf beruflicher Ebene fördern und fordern sich die beiden Männer gegenseitig bis zu Schiestls frühem Tod 1931.

1946 übernimmt Griebel die Professur für Freie Grafik und Malerei an der zwischenzeitlich in den Rang einer Hochschule erhobenen Nürnberger Kunstgewerbeschule.  Hier wird er nun ebenfalls als Lehrender für die nächsten zwei Jahrzehnte bis zu seiner Emeritierung 1966 viele Generationen von Studierenden prägen.

Begleitprogramm

Ein begleitendes Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen und Führungen erweitert die Ausstellung. Näheres unter www.weisses-schloss-heroldsberg.de

 

Eintritt

4,50 Euro (ermäßigt 3,50 Euro, Schüler & Studenten 2,00 Euro).

 

Kontakt

Weißes Schloss Heroldsberg
Kirchenweg 4
90562 Heroldsberg
Telefon:   0911 518 75 35

www.weisses-schloss-heroldsberg.de

 

Öffnungszeiten

Mittwoch:
10.00 Uhr – 13.00 Uhr

Freitag – Sonntag:
15.00 Uhr – 18.00 Uhr

Sonderöffnung auf Anfrage